Namibia-Waisenkinder
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Interview mit Festus Tjikuua

Wer ist Festus Tjikuua?
Er ist Vorsitzender, Partner und in der Zwischenzeit Freund des Trustes steps for children in
Okakarara / Namibia und sehr wichtig für die Arbeit vor Ort. Geboren wurde Festus Tjikuua in Okakarara, studierte in Hamburg Ingenieurwesen und arbeitete in leitender Position in der technischen Abteilung des Verteidigung - Ministerums in Namibia.
Als Neffe des Traditional Chief Tjikuua in Okakarara ist er eine bedeutende Herero-Persönlichkeit. Zur Zeit vertritt er mit der Hererodelegation seine Volksgruppe in Deutschland bei der Aufarbeitung und den Versöhnungs -Verhandlungen beider Völker.

 

Festus war ein wichtiger Ansprechpartner bei der Gründung von steps for children 2006 und ist seit der Wahl des Vorstandes Chairman im Vorstand. Er trug dazu bei, Verbindungen zur Regierung, den heimischen Behörden und der Gemeinde von Okakarara zu knüpfen, um Unterstützung für diese neue Initiative zu erhalten.

 

Welche Motivation haben Sie, sich beim Kinderprojekt zu engagieren? 


„Das Ziel bedürftigen Kindern zu helfen, und zwar auf ehrenamtlicher Basis und mit dem Wunsch, ihnen eigene Einkünfte zu ermöglichen, waren einst Motive, mich zu engagieren, da ich gern mein Wissen und meine Erfahrungen mit ländlichen Gemeinden und unserer Kultur teilen möchte. Ich fand die Vision ausgezeichnet, von Spendern unabhängig zu werden indem man Projekte fördert, die Einkommen generieren.
Ein anderer Beweggrund waren der individuelle Beitrag und die Finanzierung verschiedener steps durch Michael Hoppe sowie Gertrud Schmotz und ihrem verstorbenen Ehemann Jürgen, dem Freundeskreis Namibiahilfe (Augsburg) sowie dem Deutschem Katholischen Frauenbund Augsburg und München. Herr Schmotz war ebenfalls Mitglied des ersten Vorstandes von steps for children.
Trotz des Verlustes ihres Mannes setzt Frau Schmotz die Untertützung fort, auch für andere Projekte, so zum Beispiel für das House of Prayers ( Gebetshaus) und das angedachte Vorschulprojekt im Dorf Ombujomumbonde im Bezirk Okakarara.

 

All diese Aktivitäten haben mich motiviert, mich weiterhin nicht nur für steps, sondern auch für die Anliegen von Frau Schmotz zu engagieren. Ich fühle mich verantwortlich dafür zu sorgen, dass die Vorstellungen und Ziele, für die steps gegründet wurde, in die Tat umgesetzt werden.


Zweitens habe ich als Vorsitzender die Aufgabe, die Tätigkeit der NGO zu beaufsichtigen und alle mir möglichen Dienstleistungen verfügbar zu machen. Zu meinem Aufgabengebiet gehört es auch, für eine gute Zusammenarbeit zwischen steps for children, den Regierungsinstitutionen, den NGOs beider Länder sowie den friedlichen Kontakten zu den ländlichen Gemeinden durch die heimischen Behörden zu sorgen.

 

Rückblickend auf die letzten zehn Jahre „Okakarara - Waisenkinder Projekt“ spielt die
frühkindliche Entwicklung, insbesondere für die am meisten benachteiligten und bedürftigsten Kinder in unserer Gesellschaft in Namibia eine bedeutende Rolle.
Sie ist Voraussetzung für alle folgenden Phasen der Bildung von der Vorschule bis zur
Hochschulreife.

 

Steps unterstützt auch Freiwilligenarbeit durch junge Menschen aus Deutschland, was meiner Meinung nach dazu beitragen wird, die Aussöhnung zwischen Namibia und Deutschland zu fördern nach den langen Jahren des Völkermords von 1904 bis 1908 und Jahrzehnten kolonialer Unterdrückung.
Ich wünsche mir hinsichtlich der zukünftigen Zusammenarbeit:
„ Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Spielraum der Entwicklungsprogramme, die das Projekt der Gemeinschaft bieten kann, sowohl inhaltlich als auch finanziell zwar begrenzt ist, jedoch die Entwicklung Namibias auf der Ebene der Zivilgesellschaft fördert und unterstützt, um unser System der Demokratie und Gemeinschaftsbeteiligung zu erhalten und zu fördern. Deshalb ist die zukünftige Zusammenarbeit von steps for children so überaus empfehlenswert. Ich bedanke mich herzlich bei allen SpenderInnen für jede kleine und größere Unterstützung und was sie für mein Land , unseren Kindern und Jugendlichen und den MitarbeiterInnen getan haben. “

 

Festus Tjikuua , August 2016

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