Namibia-Waisenkinder
Namibia-Waisenkinder

Entwicklungsgeschichte

Gertrud und Jürgen Schmotz hatten nach Eintritt in den Vorruhestand die Idee, sich in Namibia sozial zu engagieren.

Im Herbst 2003 brachen sie auf, lebten drei Monate in Swakopmund und weitere Monate im Norden des Landes in der Kleinstadt Omaruru. Sie sammelten erste  Erfahrungen mit Waisenkindern und ihren Betreuerinnen im Township der Kleinstadt.

2004 konnten sie in einem Waisenhaus in Windhoek im Stadtteil Khomasdal eine erholungsbedürftige Waisenmutter vertreten. In dieser Zeit knüpften sie Kontakte mit Dr. Henry Platt, Vorsitzender der ORGA “Kirche für Waisenkinder in Namibia“. Sie lernten mehrere Projekte im Land kennen, u.a. eine Waisenkinderspeisung in Grootfontein und einen offenen Kindertreff in der Hererostadt Okakarara.

Spontan konnten sie die Finanzierung eines Dusch- und Toilettenhauses in Höhe von 8.000 € übernehmen. Das Haus wurde für Straßenkinder unter der Leitung von Pastor B. Prinsloo in Grootfontein gebaut. Hygiene für diese Kinder war hoch notwendig. An der Hauswand wurde ein Schild angebracht mit der Aufschrift: „Spenden von Freunden aus Deutschland.“


Das Ehepaar erkannte schnell, dass es wenig Sinn macht, nur mit Geld die ärgste Not zu lindern. Die Menschen brauchen Zukunfts-perspektiven, sie brauchen Arbeit und Einkommen! Nur mit Bildung und täglicher Nahrung kann es Zukunftsperspektiven für die Kinder geben. Ohne Chancen auf Bildung werden Sozialwaisen schnell an den Rand der Gesellschaft gedrängt und leben auf der Straße.

2005 gründeten sie in der Hererostadt Okakarara

ein „ german-herero-projekt“, nämlich eine Nähstube für alleinerziehende Frauen, die sich nun durch Näharbeiten ein eigenes Einkommen erwirtschaften konnten. Gertrud und Jürgen Schmotz knüpften Kontakte mit dem Bürgermeister und den mittellosen Sozialarbeitern vor Ort.

2006 entschlossen sie sich zur Zusammenarbeit mit Dr. Michael Hoppe aus Hamburg. 

Ein Verein "steps for children Okakarara" wurde gegründet und im Registergericht in Windhoek eingetragen.

2007 konnte der Trust einen größeren Bauplatz und ein ausbaufähiges Wohnhaus in der Stadt erwerben. Mit Hilfe der Aktion "Sternstunden" des Bayerischen Rundfunks trugen wir mit 30.000 € zur Finanzierung bei. Kontinuierlich gingen Spenden von Zweigvereinen des Kath. Deutschen Frauenbundes sowie von Freunden und Bekannten über Gertrud und Jürgen Schmotz ein. Im Laufe der Jahre konnten drei Zinkhütten - eine für die Nähstube und zwei für weitere Vorschulgruppen - erstellt werden.
Das Projekt wuchs Schritt für Schritt. Bislang arbeitslose Frauen und Mütter verdienen sich als Gruppenleiterinnen, Gehilfinnen und Köchinnen einen geringen Lebensunterhalt.


So sinnvoll einerseits die Aufgaben vor Ort waren, so stellten sich andererseits auch Konflikte und Schwierigkeiten ein. Sie hatten in der Regel mit dem Einfühlen in die fremde Kultur zu tun. Es war hilfreich sich mit der Gruppe "Augsburger Freundeskreis" auszusprechen und sich beraten zu lassen.

2009 wurden arbeitslose Jugendliche für drei Jahre sinnvoll beschäftigt. Jürgen Schmotz führte mit Unterstützung einer Lehrerin aus Namibia, Rosemarie Rapmund aus Namibia ein Theaterprojekt durch. Die Heranwachsenden studierten ein Stück über die jüngste Geschichte des Hererovolkes ein und gaben es für Besucher des Projektes zum Besten. In der Zwischenzeit fanden die Jugendlichen einen Job bzw. einen Ausbildungsplatz.

Jürgen Schmotz war im Projekt der pädagogische Leiter, zuständig u.a. für die pädagogische Ausbildung und Begleitung der Gruppenleiterinnen.

 

2009 konnte außerdem ein weiteres Baugrundstück, das an das bisherige angrenzte, erworben werden.


Der Landesverband des Kath. Deutschen Frauenbundes rief zu einer vorweihnachtlichen Spendenaktion auf, die 30.000 € erbrachte. Damit konnten wir eine große Küche und einen Speiseraum für alle Kinder bauen.Versorgte die Suppenküche ursprünglich 20 Kinder, sind es heute über 100.

2010 konnte ein gebrauchtes Transportauto, ein Pick up mit Ladefläche, für das Projekt gekauft werden. Mit seiner Hilfe können in der nächsten Stadt, in Otjiwarongo, Lebensmittel im Großmarkt eingekauft werden.
Bevor Jürgen Schmotz plötzlich starb, konnte er bei seinem letzten Aufenthalt in Okakarara eine Familie gewinnen, die etwas von Hühnerhaltung verstand. Damit war der armen Familie geholfen und der Speiseplan in unserer Suppenküche wird seither eiweißhaltig angereichert.

2011: Gertrud Schmotz engagiert sich nach dem Tod ihres Mannes weiterhin für Waisenkinder und  übernimmt die volle Verantwortung für den Erhalt der Suppenküche in Okakarara.

Bei ihrem dreimonatigen Aufenthalt 2013 besuchte Sie u.a. das Waisenhaus Orlindi im Township Katutura in Windhoek. Dank Spendengeldern von über 50.000 € konnte sie ein neues Haus für 24 Waisen bauen lassen. Dieses wird - wie schon seit Jahren das Vorgängerhaus-von ihrer Freundin Karin Meissner über deren Heimatpfarrei in Mannheim mit den notwendigen Mitteln für Lebensmittel, Schulgeld, Wasser und Strom versorgt.
 
Außerdem entstand 2013 ein drittes Projekt: der Bau eines Gebetshauses im Hereo-

land. Die Menschen vor Ort wurden tatkräftig in die Baumaßnahmen einbezogen.

Im August 2014 soll es eingeweiht werden.

Ohne Stadtpfarrer Karl Mair von der Pfarrgemeinde St. Konrad in Augsburg (Heimatgemeinde von G. und J. Schmotz) und dem Missionskreis St. Konrad - als verantwortlichem Rechtsträger - wären Aufbau und Unterhaltung dieser Projekte nicht  möglich gewesen. Wir danken ihnen sehr und im besonderen Karl Heinz Schmid, der seit Jahren ehrenamtlich die Buchhaltung und die Bankgeschäfte erledigt.

Alle  standen von Anfang an hinter den Projekten und schenkten den Eheleuten Schmotz ihr Vertrauen.

 

Nicht zuletzt sind die Projekte, so wie sie sich entwickeln konnten und unterhalten werden können, den vielen, meist langjährig treuen SpenderInnen zu verdanken.

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