Namibia-Waisenkinder
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15 Jahre Namibia, meine Abschiedsreise...

 

Im Oktober/November 2018 trat ich bewusst meine Abschiedsreise, von dem schönen Land das im Laufe der Jahre meine zweite Heimat wurde, an.

Ich bin jetzt 74 Jahre und ich nahm mir vor, noch einmal alle finanzierten Spenden-Projekte zu besuchen um sie innerlich loszulassen, denn sie wuchsen mir ans Herz. Los- oder Freilassen bedeutet für mich Schmerz und Dankbarkeit, im Wissen es wird gut weitergehen. Ich hinterlasse keine „Ruinen“. Für die Kinder der verschiedenen Einrichtungen wird weiterhin gut gesorgt.

Meinem Mann Jürgen verdanke ich eine erfüllende intensive Lebensphase. Seine Idee war es, vor 15 Jahren gemeinsam nach Namibia aufzubrechen. Er hatte als junger Mann bereits drei Jahre Erfahrungen in verschiedenen afrikanischen Ländern südlich des Äquators gesammelt.

Unser Impuls war, uns nützlich zu machen für sog. AIDS Waisen von deren Not in Europa zu hören und zu lesen war. Ab 2003 schilderten wir kontinuierlich über das Kennenlernen der afrikanisch- namibischen Kultur, über die Menschen, die wir kennen lernten und über die sozialen und politischen Verhältnisse im Land. Wir berichteten über Schwierigkeiten, die sich uns besonders in den ersten Jahren in den Weg stellten, aber auch über die kleinen und größeren Erfolge bei der Begleitung und beim Aufbau von Kindereinrichtungen im Land.

Mein Dank gilt in erster Linie meinem Mann und auch meinen Kindern, die auf uns in einer Lebensphase verzichten mussten, als sie ihre Familien gründeten und uns vermutlich mehr gebraucht hätten.

Danken möchte ich auch im Namen meines verstorbenen Mannes, den für uns unvorstellbaren vielen Spendern und Spenderinnen, unseren Bekannten und Freunden, den Frauen der Zweigvereine des Kath. Frauenbundes, dem Augsburger KDFB-Diözesanverband und dem Bundesverband des KDFB in Köln, weiterhin dem Augsburger Freundeskreis; dem Missionskreis der Pfarrei St. Konrad in Augsburg, Karl Heinz Schmidt und seiner Frau Luise für die Buchführung und den damit verbundenen Aufgaben; Stadtpfarrer Karl Mair und nicht zuletzt der Aktion Bayerische Sternstunden in München.

Ohne der finanziellen Treue, deren Beratungen und Zuspruch wären die Namibia Projekte nicht denkbar gewesen.

 

Was in 15 Jahren enstand und von uns begleitet wurde:

 

2003 und 2004 unser erster Einsatz im Norden des Landes in Omaruru in zwei Waisenhäusern im Township. Es leben dort nach wie vor 34 Waisen- und Straßenkinder.

Ein gemeinütziger Verein in Omaruru wurde gegründet. Schatzmeister ist Hartwig von Seydlitz und seine Schwiegertochter management Omarurus „Children Haven“. Mit Hartwig arbeiteten wir eng zusammen. Wir schätzten ihn sehr.

2004 Urlaubs-Vertretungsaufgaben im Waisenhaus in der Hauptstadt Windhoek/Komastal.

Dann ab 2005 der jahrelange Aufbau und die Vergrößerungen des Okakarara – Projektes mit der Nähstube, den Kindergärten und Vorschulen, der Großküche, der Theatergruppe und dem Hühnerprojekt in Zusammenarbeit mit Dr. Michael Hoppe und Sonja Schneider Waterberg. „Steps for Children“ wird weiterhin über die „Stiftung Steps for Children Hamburg“ finanziert und vor Ort von Sonja Schneider Waterberg als Projektmanagerin betreut.

Ab 2014 kamen mehrere Projekte in der Hauptstadt Windhoek im Townships Katutura dazu. Zuerst der Bau eines Kinderhauses- „Safty Orlindi“,für Waisen und gefährdete Babys und Kleinkinder in Zusammenarbeit mit Karin Meissner aus Mannheim. Karin lebt über 15 Jahre in Namibia und betreut und finanziert mit viel Umsicht etliche Kinder Projekte.

Ebenso in Katutura unterstützten wir seit 2016 eine Kindereinrichtung „Childrens Home“. Barbara Winterfeld eine Freundin von mir, lebt seit Jahren in Namibia, betreut das Heim und finanziert Medikamente für die kranke Heimmutter Justine und andere laufende Kosten für die Kinder.

Wir finanzierten ein weiteres Projekt in einem kleinen Kindergarten in Katutura. Eine Freundin von mir, Erika von Wietersheim, schaut regelmäßig vorbei und besorgt Notwendiges (was Not-wendet). Mit unserer Hilfe betreut sie außerdem seit 2016 im Süden des Landes, in Ketmanshoop, eine bedürftige Kindereinrichtung.

Ihr Sohn Guido von Wietersheim, Farmer im Süden Namibias,setzt sich für die ärmste

Volksgruppe im Lande, der Namas, ein. Mit Guido besuchte ich die von uns unterstützte Schule in der Stadt Maltahöhe. Im Vorbeifahren entdeckte ich am Stadtrand eine Wellblechhaltestelle. Bei Hitzegraden bis 40° sind Junge, Alte und Kinder dankbar für einenschattenspendenden Haltestop. Eine originelle Idee von Guido, sie in deutschen und namibischen Farben streichen zu lassen.

Festus Tjikuua, Hererochief, wurde im Laufe der Jahre ein geschätzter und verantwortungsvoller Freund von mir. Er entwickelte und baute 2016 in völliger Eigenregie mit den Einheimischen in der kleinen Gemeinde Ombujomambonde im Hereroland ein ökumenisches Gebets-und Versammlungshaus und in jüngster Zeit einen Kindergarten für 50 Kinder. Wir übernahmen lediglich die Finanzierung.

Für mich war es ein Highlight zum Abschied bei der Einweihung dabei sein zu können. Nicht zuletzt im Wissen, dass es diese Hererogemeinde mit Stolz und Dankbarkeit erfüllt, selbst für sich, ihre Kinder und Enkel nachhaltig gesorgt zu haben.

Auf meiner Abschiedsreise 2018 besuchte ich die allermeisten von uns geförderten Projekte im Land. Ich nahm mir Zeit vor Ort mit den Verantwortlichen zu reden und mich von deren sinnvollen Einsatz zu überzeugen.

 

Es folgen aktuelle BERICHTE von den Verantwortlichen.

 

Von Barbara Winterfeld „Children’s Home Namibia e. V.“ ist ein gemeinnütziger Verein, den Ulli May gegründet hat. Seit 2009 unterstützen wir das „Genade Kinderbewaarhuis“ oder auf Englisch „Grace Children’s Home“. Ich spreche meist von Children’s Home, wenn ich den Verein meine, von „Genade“, wenn es um das Projekt geht. Der Verein unterstützt auch Studenten und andere Hilfsbedürftige, aber „Genade“ ist unser Hauptprojekt. Es wurde von Justine Stephanus vor 30 Jahren in Privatinitiative in ihrem Elternhaus gegründet. Es umfasst heute eine Grossfamilie mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, einen Kindergarten mit rund 45 Babys und Kleinkindern sowie eine Nachmittagsbetreuung für die Hauskinder und benachteiligte Schulkinder aus der Umgebung. Hinzu kommen rund 15 Kinder und Jugendliche, die auf einer Farm im Süden leben und dort während der Schulzeit im Heim wohnen. Auch sie werden von uns unterstützt. Die Farm gehört Justines Familie.

 Im Haus in Windhoek leben gegenwärtig 12 Schulkinder, 9 Kleinkinder und Babys, 4 Studenten und 2 alleinerziehende junge Frauen mit jeweils 2 Kindern. Zur „Familie“ gehören weitere 8 Kinder, die zwar nicht in Genade schlafen, aber von uns unterstützt werden. 6 davon besuchen den Nachmittagsunterricht, 2 den Kindergarten.

 Ich gebe keinen regelmäßigen Nachhilfeunterricht mehr, bin aber da, wenn Fragen oder Probleme auftauchen. Unsere Schweizer Praktikantin ist ein ganzes Jahr hier, also noch bis Juni 2019. Und das ist wirklich lohnend.

Dann helfen uns noch namibische Studenten bei der Nachhilfe, die im Rahmen ihrer Ausbildung soziale Arbeit leisten müssen. Letztes Jahr kamen 2 davon regelmäßig.

 Der Nähkurs den wir finanzierten, sonst wären die Mädchen der Straße überlassen gewesen, wird wieder vom zuständigen Ministerium finanziert. Deshalb habe ich mich dort zurückgezogen. 4 unserer jungen Frauen haben ihn besucht. Clara hat bereits mehrere Aufträge von Hotels übernommen, muss aber immer kämpfen, um ihr Geld zu bekommen. Eine weitere Teilnehmerin versucht im Süden ein Geschäft aufzubauen, eine dritte hat Dank des Kurses so viel Selbstvertrauen bekommen, dass sie eine feste Stelle in einer Ladenkette gefunden hat.

 

Bericht von Erika von Wietersheim:

Wir  unterstützen den Kindergarten seit 2016, indem wir ihn mit Unterrichtsmaterial und Spielzeug versorgen, außerdem in diesem Jahr mit einem Spielplatz (Wippe, Rutsche, Schaukelpferd und Klettergerüst, dazu ein Schattendach, das jetzt nach den heißen Ferien erneuert werden musste). Dazu ab und zu Kleidung und auch Nahrungsmittel.

Ich unterstütze die Betreuerin Ruth monatlich mit etwa 100 Euro, da sie mit dem Kindergarten nicht genug verdient um davon zu leben, die Eltern der Kinder sind sehr arm und zahlen unregelmäßig.

Wir unterstützen auch die beiden Söhne von Ruth, die noch in die Schule gehen, Schulkleidung, Hefte usw., dafür helfen sie auch im Kindergarten mit, z. B. in den Ferien und haben immer geholfen, die Schattennetze zusammenzubauen, die Spielgeräte aufzustellen usw.

Ich habe noch Spendengelder von euch, um Ruths Kindergarten weiterhin für ein paar Jahre zu unterstützen. Ruth schickt ganz viele liebe Dankesgrüße.

Karin Meissner, eine Bekannte aus Mannheim, bezahlt Ruths Wasserrechnung jeden Monat.

 

Kindergarten in Keetmanshoop Cross Cavalry

Diesem Kindergarten haben wir 2017 geholfen, einen Ofen und einen Eisschrank anzuschaffen sowie Gasflaschen, dazu Unterrichtsmaterial, kleine Plastikstühle und Tische und Nahrungsmittel für ein paar Monate, alles zusammen etwa 2000 Euro, der Pastor und Kindergartenleiter hat mir alle Zahlungsbelege geschickt. Ich kann Dir auch seinen „Report“ schicken, falls Du ihn brauchst.

 Bitte danke allen Unterstützern sehr für Ihre Spenden, sie helfen wirklich sehr!!!

 

Guido Maltahöhe seit 2017

Abschlussbericht für das Projekt Maltahöhe 2017/2018

 

Nach Eröffnung des Kontos mit dem Namen ,, Maltahöhe Children & Community Project“ hatten wir einen Eingang am 24.10.2017 von N$ 958 992.-( 5640,00 €)

Dieser stattliche Betrag eröffnete uns einige Möglichkeiten zur Verbesserung des sozialen Umfeldes der Kinder im besonderen sowie der Maltahöhe Gemeinschaft im allgemeinen.

 

Renovierung der Schule in Maltahöhe und Bau eines Spielplatzes

Unser erstes Projekt war die äußere Renovierung der Daweb Schule in Maltahöhe, in welcher etwa 900 Schüler unterrichtet werden. Der allgemeine und optische Zustand dieser großen und regional wichtigen Schule war absolut renovierungsbedürftig und war offensichtlich vernachlässigt worden.

Auf dem großen Schulhof gab es keine Spielgeräte für die Kinder, an denen sie sich in den Pausen hätten austoben können. Also beschlossen wir einen ausreichend großen Spielplatz für die Kinder einzurichten, sowie die Schule zumindest von außen zu reparieren und zu streichen, um ein positives Umfeld für die Kinder zu gestalten.

Es wurde ein lokaler Handwerker mit der Konstruktion des Spielplatzes beauftragt.

Eine Baumannschaft machte sich an die Renovierung der Schulgebäude. Risse wurden geflickt, schadhafte Stellen ausgebessert und Putz teilweise erneuert. Anschließend wurde die Schule in den Farben der Schule gestrichen, was sehr schön mit den blaugelben Schuluniformen der Kinder harmonisierte.

Die Kinder sind nun besonders stolz auf ihre gepflegte Schule und ihren neuen Spielplatz, und haben deutlich mehr Spaß am Schulbesuch und in den Pausen.

Wir halten dieses Projekt für einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität der Kinder.

 

Renovierungskosten der Schule: N$ 323 160.14( 1900.00 € )

Baukosten Spielplatz: N$ 115 043.- ( 650,00 € )

 

Wartehäuschen

Uns fiel auf, das am westlichen Ortsausgang von Maltahöhe täglich mehrere Einwohner neben der Straße im Staub hockten, um auf Mitfahrgelegenheiten zu warten. Oftmals hockten Familien mit Kindern stundenlang in der prallen Sonne auf dem Boden, oder auf Steinen, bis sie eine Mitfahrgelegenheit fanden oder erfolglos nach Hause gehen mussten.

Diese Situation erschien uns verbesserungswürdig und wir errichteten in Kooperation mit einem lokalen Mechaniker ein einfaches Wartehäuschen ähnlich einer großen Bushaltestelle. Dieses Wartehäuschen bietet nunmehr Schatten und Sitzgelegenheit für Wartende an der westlichen Kreuzung bei Maltahöhe.

 

Kosten: N$ 19 500.- ( 1148,00 € )

 

Backsteinprojekt

Ziel dieses Projekts war es, Einwohnern von Maltahöhe die Möglichkeit eines Einstiegs in die Selbständigkeit zu geben.

Aufgrund der lokalen Nachfrage nach Backsteinen für kleine Bauprojekte kam die Idee auf, Backsteine vor Ort zu produzieren und gewinnbringend zu verkaufen. Das Projekt sollte zunächst Auslagen tätigen um die Produktion anzukurbeln, die Kleinunternehmer sollten dann die Auslagen an das Projekt zurückzahlen und auf eigenen Füßen stehen können.

Wir besorgten eine Backsteinpresse, einen Motor zum Mischen des Zements, eine Ladung Bausand und 100 Sack Zement um das Projekt zu starten. Das Projekt lief gut an und es wurden einige tausend Steine hergestellt und verkauft.

Es dauerte ein paar Wochen bis wir in der Lage waren, die wirtschaftliche Nachhaltigkeit dieses Projekts anhand des Materialverbrauchs und der Kosten für Arbeit, Wasser, Benzin, etc zu analysieren. Es stellte sich leider heraus, das der geringe Verkaufspreis der Steine im Verhältnis zu den Kosten der Produktion eine äußerst geringe Gewinnmarge zur Folge hatte, die eine Produktion der Steine im kleinen Stil nicht wirtschaftlich tragbar machte. Somit mussten wir dieses Projekt leider einstellen.

Die Backsteinpresse und der Antriebsmotor für den Zementmischer sind weiterhin im Besitz des Projektes sollen wieder veräußert werden.

Kosten: N$ 34 875.- ( 2187,00 € )

 

Toilettenrenovierung Schule

Einige Wochen nach der äußeren Renovierung der Schule wurden wir auf den desolaten und unhygienischen Zustand der Schultoiletten aufmerksam gemacht. Es gab eine Anzahl von undichten Verbindungen, und die Toilettenräume standen zum Teil permanent unter Wasser und waren kaum benutzbar.

Wir beauftragten einen lokalen Klempner mit dem Austausch von Teilen und der Installation neuer Systeme. Diese Maßnahme war wichtig zum Schutze der Kinder und Lehrer vor den Gefahren katastrophaler hygienischer Zustände. Der Schulleiter begrüßte diese Verbesserung mit großer Freude und Dankbarkeit.

 

Kosten: N$ 32 856.- ( 1933,00 € )

 

Abschluss

Die Bankkosten bzw. Kontoführungsgebühren für das Projektkonto belaufen sich auf N$ 2325.86. ( 130.70 € )

 

Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich bis heute auf N$ 527 760.05. ( 3105,00 € )

Es stehen noch N$ 431 231.95 für Projekte zur Verfügung. ( 2695,00 € )

Mit bestem Dank und freundlichen Grüßen von der Farm bei Maltahöhe,

Guido von Wietersheim

 

 

 

Festus Tjikuua

Bericht über den Gebets- und Versammlungsraum und den neuen Kindergarten

Übersetzung:
Im Namen meiner Kollegen des Local Project Management Committees (Rev. Gerson Uhihama, Kauanda Katjivena, Job Katjitae, Ehrenfriede Kandonga, Petrunela Katjizeu und Mariandapi Musaso), und der gesamten Ombujomumbonde-Gemeinschaft, von mir selbst und meiner Tjikuua-Familie:
Die Gemeinden der Nachbardörfer bedanken sich ganz herzlich für die tolle Unterstützung, die Sie uns bei der Finanzierung unserer Projekte (House of Prayers und Orujaveze Kindergarten) geleistet haben.
Wenn wir unsere Dankbarkeit ausdrücken, dürfen wir niemals vergessen, dass die höchste Wertschätzung nicht darin besteht, Worte auszusprechen, sondern nach ihnen zu leben.
Wir freuen uns aufrichtig über den großen Beitrag zu unseren Gemeinschaftsprojekten, deren Auswirkungen auf die älteren und jüngeren Generationen und unserer Mitarbeiter erstaunlich sind.
Als Mann Gottes glaube ich fest daran, dass Ihre Großzügigkeit von Herzen kommt und dies dem allmächtigen Gott und unseren Vorfahren ein Lächeln verleiht.
Deshalb möchte ich Ihnen aus dem 2. Korinther 9,11 ein ermutigendes Wort sagen: „Wer wenig sät, der wird auch wenig ernten; wer aber viel sät, der wird auch viel ernten.
Ongumbiro ojoje (Ein Gebet gehört dir)
Ueriuka Tjikuua (Vorsitzende: Lokales Projektmanagement)

 

Meine kurze Rede bei der Kindergarten- Einweihung:

Good morning, honorable minister and regional governor,

Good morning, dear pastors,

Good morning, dear parents, children, friends, ladies and gentlemen,

 I am very happy to be here today.

 I am surprised to see how beautifully you have built this new kindergarten.

It is amazing to see these buildings.

And it is a great pleasure to thank all women and men who have given their full support to have these building erected.

 I especially thank Mr Festus Tjikuua and his wife Claudia. I have always been extremely confident that in Festus’ hands everything would be managed well.

 Today I also am happy to bring you greetings and many good wishes from the sponsors in Germany, from my friends and from many women and mothers.

 Please accept our contribution as a small contribution towards fostering the friendship between us and the Herero nation.

 Our grandchildren and our children are the future – the future of different countries in the world. My hope is that they will all learn that all human beings are brothers and sisters.

 I wish you and the children God’s blessing – a blessing that will become visible in loving and respectful relationships among each other and with each other

 As a gift I brought you a first-aid kit for the kindergarten.

 May the children grow up whole and healthy – in body, soul and mind.

 I wish you all the very best! Thank You..

Guten morgen sehr geehrte Damen und Herren

ehrenwerte Minister und Pastoren, liebe Eltern und Kinder

ich freue mich sehr heute hier sein zu können. Ich bin überrascht wie schön der neue Kindergarten erbaut wurde. Es ist wirklich großartig die Gebäude zu sehen und allen Männern und Frauen zu danken die beim Aufbau tatkräftig geholfen haben.

Dabei hatte ich immer das Vertrauen zu Festus Tjukuua, dass in seinen Händen alles richtig gemanagt wird. Ich danke dir besonders und deiner Frau Claudia.

Ich überbringe gerne die besten Wünsche und Grüße der Sponsoren aus Deutschland, meinen Freunden, den vielen Frauen und Müttern. Verstehen sie bitte unseren Beitrag als kleinen Beitrag

der Freundschaft zwischen uns und ihrem Hererovolk.

Unsere Enkel, ihre Enkel und Kinder sind die Zukunft, verschiedener Länder dieser Welt. Mögen sie lernen, dass alle Menschen Brüder und Schwestern sind. Ich wünsche den Kindern und ihnen den Segen Gottes der sich zeigen kann in einem liebevollen Umgang miteinander und untereinander.

Als Geschenk brachte ich eine Haus Apotheke für den Kindergarten mit. Meine Freundinschenkte gute, schöne Bilderbücher in englischer Sprache.

Mögen ihre Kinder an Körper und Seele gesund aufwachsen dürfen.

Ich wünsche ihnen das allerbeste!

Interview mit Gertrud Schmotz
Erschienen im Heft: FRAUENFORUM , Ausgabe 52.III/ 2018

Eine besondere Frau - ein besonderes Leben

 

Gertrud Schmotz, 73 Jahre jung, Mutter eines Sohnes und einer Tochter und Oma von vier Enkeln ist eine ganz besondere Frau, die wir Ihnen heute vorstellen möchten. 25 Jahre war sie Bildungsreferentin beim Katholischen deutschen Frauenbund im Bistum Augsburg. Im Alter von 57 Jahren ging sie in den Vorruhestand und schlug gemeinsam mit ihrem Mann neue Wege ein, indem sie 15 Jahre ehrenmatliche Entwicklungshilfe in Namibia leistete. „Es ist Zeit loszulassen!“, sagt Gertrud Schmotz im Oktober bevor sie zu ihrer Abschiedsreise nach Namibia aufbricht.

 

Liebe Gertrud Schmotz, 25 Jahre waren Sie Bildungsreferentin beim KDFB. Wie schauen Sie heute auf diese Zeit zurück?

Bildungsreferentin beim Frauenbund zu sein war für mich der ideale Beruf, nicht nur nach der Familienphase, da mir der Beruf so viele verschiedene Möglichkeiten für meinen eigenen Lebensweg geboten hat. Parallel zu meinem persönlichen Leben konnte ich immer wieder neue Ideen und Themen in die Frauenbundsarbeit einbringen. Angefangen hatte ich – nicht ohne Widerstände - mit dem Aufbau der Mutter-Kind-Arbeit, passend zu meiner Familienzeit. Dann initierte ich Oasentage für Frauen in der Lebensmitte ebenso wie später einen Arbeitskreis mit Augsburger Einrichtungen zur Sterbebegleitung. Wir boten Fortbildungen für Angehörige von Demenzkranken an und ich bildete mich in Trauerarbeit fort mit dem Abschluss als Trauerbegleiterin. Immer aus den Erfahrungen meines eigenen Lebens konnte ich die Frauenbundarbeit mit meinen Themen bereichern. Durch die Verbindung von Theorie und Praxis erfuhr ich viel Wertschätzung der Frauen und konnte diesen viel von mir geben. Es fiel mir schon schwer den geliebten Beruf mit 57 loszulassen.

 

Wie entstand denn bei Ihnen und Ihrem Mann die Idee nach Afrika zu gehen?

Mein Mann Jürgen hatte Probleme mit den Bronchien und die Ärzte rieten ihm ein Leben im Süden. Und da er als junger Mann schon in Afrika war, kam von ihm der Vorschlag. Nach einem Kennenlernurlaub in Namibia fiel die Entscheidung – und mit der neuen Perspektive fiel diese Entscheidung auch nicht mehr schwer. Aber für mich war auch klar, so ein Abenteuer geht nur gemeinsam mit meinem Mann. Wir standen schon vor großen Herausforderungen. Alles war neu, man kennt niemand. Unser Empfang im Okakarara-Waterberg-Gebiet in einem heruntergekommenen Rotkreuzhaus mit Tanz war herzlich und die Hereros wollten wissen „was bringt ihr mit?“ und wir konnten nur sagen „nix, außer uns“.

Zuerst betreuten wir zwei Waisenhäuser  in der Kleinstadt Omaruru und in Windhoek im Stadtteil Khomasdal, dann starteten wir einzelne Projekte mit den Hereros. Zum Beispiel erfuhren wir, dass die Frauen dort nähen konnten. Daraufhin kaufte ich zwei Nähmaschinen, was der Start der Nähwerkstatt für Frauen war. Wir starteten mit vier Näherinnen in einer alten Garage, haben Stoffe besorgt und die Näherinnen angeleitet. Die Frauen mussten auch erst mal lernen, dass wir keinen Lohn bezahlen und wir ihre Ware in Deutschland nur verkaufen können, wenn sie sorgfältig arbeiten. Die zuvor arbeitslosen Frauen erwarben sich Geld für den Unterhalt ihrer Kinder. Im Laufe der Jahre gewann ich immer mehr Verkaufsstellen im Land, die unsere Nähartikel verkauften.

 

Und wie ging es dann weiter?

2005 lernten wir Dr. Michael Hoppe aus Hamburg kennen und schlossen uns seiner Stiftung Steps for Children an.  Zuerst kauften wir ein Grundstück mit einem baufälligen Haus. Dort gründeten wir einen Kindergarten und nach und nach kam eins nach dem anderen hinzu. Aus einem Kindergarten wurden drei Kindergärten, die Nähstube bekam einen Ausstellungsraum, aus einer Theatergruppe wurde ein Projekt für arbeitslose Jugendliche. Bis heute wird das Projekt von einer Gymnasiallehrerin betreut, die unsere Spendengelder gut verwaltet und durch die Heirat eines ansässigen Farmers fest in der Region verankert ist.

 

Im Januar 2011 verstarb Ihr Mann, Jürgen Schmotz nach schwerer Krankheit, jedoch unerwartet und viel zu früh. Wie war das für Sie?

Ja, im April 2010 bekamen wir die Nachricht, dass Jürgen nur noch ein halbes Jahr zu leben hat. Er hat gekämpft und doch verloren. Durch die langen gemeinsamen Jahre, insbesondere der Jahre in Namibia, waren wir wie eine Symbiose. Und ich musste mich mit Gewalt erinnern, dass ich vor meiner Heirat schon mal allein gelebt hatte. Als Trauerbegleiterin wusste ich, dass ich mich der Trauer stellen musste … und mein Tal der Tränen dauerte sehr lange.

Doch das Zitat von Antoine de St. Exupery „… du bist für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast …“ gab mir die Motivation wieder nach Namibia aufzubrechen und weiterzumachen.

 

Gertrud, Sie haben trotz der Trauer weitergemacht. Was entwickelte sich seitdem?

… wir haben noch eine Kirche und einen Kindergarten gebaut. … Im Vorstand von steps for children war auch Festus, ein Herero. Er ging nach seiner Pensionierung zurück in sein Heimatdorf und wünschte sich eine Kirche, ein Gebetshaus, um einen Versammlungsraum zu bekommen. Unterstützt von Freunden in Deutschland, Dr. Michael Mair und Gaby Adamietz, konnten wir ganz schnell € 8.000 Spenden sammeln und an Festus für den Start übergeben. Festus und seine Leute haben wie wild gearbeitet und nach einem Jahr die Kirche fertig gebaut. Dies war nur durch die großzügige Unterstützung von unseren Freunden und den Frauenbundsfrauen möglich.

Und am 13. November diesen Jahres findet nun ein großes Hererofest zur Einweihung des Kindergartens statt.

 

Und nun beenden Sie Ihr Engagement in Namibia?

Ja, ich fahre Ende Oktober für vier Wochen nach Namibia und verabschiede mich von den Leuten in den Projekten. Ich spüre schon Abschiedsschmerz wenn ich mich jetzt dann auf der Reise durch das Land verabschiede. Aus ursprünglich 10 geplanten Jahren dort sind mittlerweile 15 Jahre geworden. Alle Projekte, die wir gefördert haben, laufen nun in Selbstorganisation weiter. Und das ist gut so!

Jetzt gilt es loszulassen. Ich wurde in diesen 15 Jahren reich beschenkt und möchte diese Lebensphase nicht vermissen.

 

Liebe Gertrud Schmotz, Sie sind jetzt 73. Was haben Sie nun im nächsten Lebensabschnitt vor? Was wünschen Sie sich?

Ach, jetzt bin ich wieder engagiert im Verein ‚Miteinander – füreinander‘, und betreue sozial Engagierte im Altersheim hier in Ingolstadt. Hier wohne  ich nahe bei meiner Familie in einem Haus und kann meine Fähigkeiten durch mein Engagement im Altersheim weiter nutzen.

Und ich habe nach den Jahren der Trauer wieder einen Partner kennengelernt, mit dem ich mich rundherum verstehe. Darüber bin ich glücklich und dankbar.

Ich wünsche mir, dass sich der rote Faden, der sich durch mein Leben führt, auch weiter hält und sich durchzieht. Ich wünsche mir, dass Gottes Segen mich weiter begleitet und ich bin dankbar. Dankbar für meine Erfahrungen in meinem Leben.

Liebe Gertrud, vielen Dank für das Interview.

Irene Kischkat

 

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